Am Freitag, den 08. September, habe ich die von der AWO betriebene Tafel in der Surfeldstraße in Bremerhaven-Lehe besucht. Manfred Jabs, Geschäftsführer der AWO Bremerhaven, hat mich durch die Räumlichkeiten geführt und über die Arbeit der Tafel informiert.

Ich habe es auch vor Ort deutlich gemacht: Es darf nicht sein, dass Menschen überhaupt erst in eine Bedürftigkeit geraten, in der sie auf eine Einrichtung wie die Tafel angewiesen sind. Sei es nun auf Grund von fehlender Arbeit, niedrigen Löhnen oder Altersarmut.

Ich will mich im Deutschen Bundestag dafür einsetzen, dass wir dem entschieden entgegenwirken. Beim Thema Arbeit müssen wir dafür streiten, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse der Vergangenheit angehören. Sachgrundlose Befristung gehört abgeschafft, Zeit- und Leiharbeit nur dort, wo es die Sozialpartner erlauben.

Der Wert von Arbeit muss wieder in den Mittelpunkt rücken!

Jede Arbeit, ob auf dem Bau, im Krankenhaus, am Fließband oder anderswo muss angemessen bezahlt werden. Es ist nicht gerecht, dass man sein Leben lang arbeitet und trotzdem in Altersarmut landet. Wenn jede und jeder von seiner Arbeit auskömmlich leben kann, dann sind wir ein gutes Stück weiter. Um das zu erreichen, müssen alle an einem Strang ziehen, Arbeitgeber, Politik, Gewerkschaften – letztlich ist es im Interesse aller. Auch die Rente muss ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

Wir können uns Armut nicht leisten!

Das Positive möchte ich nicht verschweigen: Ich bin froh, dass es die Tafel gibt. Gäbe es sie nicht, müsste man sie schleunigst erfinden. Erfreulich, dass die Kooperation mit unterschiedlichen Firmen in Bremerhaven sehr gut funktioniert. Die Tafel arbeitet mit allen Bremerhavener Supermärkten zusammen. Auch von der Tiefkühlindustrie erhält man große Unterstützung.

Das ist toll, so muss es weitergehen. Doch es gibt immer Spielraum, mehr zu tun. Man darf nicht vergessen, dass die Tafel auf Spenden angewiesen ist. Das gilt nicht nur für die Lebensmittel, sondern auch für den Betrieb, Dinge wie Tiefkühleinrichtungen, die Fahrzeuge bis hin zu Strom, Gas und Wasser. Von der öffentlichen Hand kommen hier keine Gelder. Erstaunlich, wenn man den gemeinnützigen Wert der Tafel betrachtet und bedenkt, für wie viele unsinnige Dinge riesige Summen fließen.

Großartig ist das Engagement derer, die sich darum kümmern, dass es bei der Tafel läuft. Tätig sind hier Festangestellte, Menschen aus Maßnahmen der Arbeitsmarktförderung und zahlreiche Ehrenamtliche. Für Ihren Einsatz kann man gar nicht genug danken. Danke!

 

Kommentar verfassen