Die Norddeutschen Küstenländer haben zusammen mit Gewerkschaften und Verbänden den „Cuxhavener Appell“ zur Offshore-Windkraft unterzeichnet und fordern von der Bundesregierung unter anderem mehr finanzielle Hilfen und eine Erhöhung der Ausbaukapazität auf See.

Ich finde es richtig, dass sich die Küstenländer zusammentun und klare Forderungen und Erwartungen formulieren. Doch wenn man weiter am Wachstum der Windenergie auf See teilhaben will, darf es nicht beim Appell bleiben. Gemeinsam kann man mehr erreichen. Das Ziel sollte sein, die Kompetenzen und Kapazitäten in den einzelnen Ländern stärker zu verzahnen und zu bündeln, um Norddeutschland zum Zentrum der Offshore-Windindustrie zu machen.

Ich habe in den vergangenen beiden Wochen zwei Veranstaltungen zum Thema Windenergie besucht und über die Entwicklung der Energiewende und die Perspektiven für Bremerhaven und die Region diskutiert. Dabei habe ich meine Position zum Thema Windkraft deutlich gemacht:

Als Arbeitnehmervertreter blicke ich auf die Situation derjenigen, die für die Windenergiefirmen arbeiten und frage: Wie sichern wir die Arbeitsplätze? Wie stellen wir sicher, dass es sich um gute, tarifgebundene Arbeit handelt? Die Rückschläge, die der Windkraftstandort Bremerhaven gerade in jüngster Vergangenheit hinnehmen musste, ärgern mich sehr. Gerade weil sie viele Beschäftigte hart treffen, die die Hoffnung hatten, einen sicheren Job in einer vielversprechenden Wachstumsbranche zu haben.

Umso schlimmer nun der drohende Verlust von zahlreichen Arbeitsplätzen. Die Schuld dafür ist nicht alleine bei den Unternehmen zu suchen, dennoch ist es ist nicht hinnehmbar, dass Firmen Standorte voreilig schließen, um so ihre Bilanzen wieder aufzubessern – ohne Rücksicht auf die soziale Verantwortung für die Belegschaft. Vorschläge zur Rettung von Standorten, die aus der Mitte der Belegschaft kamen, wurden leichtfertig vom Tisch gewischt.

Es gilt: Wir brauchen starke, national wie international erfolgreiche Unternehmen, die sich dem technologischen Fortschritt verschrieben haben. Die deutschen Firmen können auf Merkmale verweisen, die einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland darstellen: Die Marke „Made in Germany“ bedeutet auch im Offshore-Bereich etwas. Wir können stolz sein auf die Qualität der Produkte, den Wissensstand in Technologie und Entwicklung, die Ausbildung von Ingenieuren und Fachpersonal bis hin zur Serviceleistung.

Merkmale, die auch der Standort Bremerhaven verkörpert und weiter verkörpern soll, um Offshore-Kompetenzzentrum zu bleiben. Ich bin sicher, wir werden hier auch zukünftig Produktion von Offshore- (und Onshore-)Komponenten haben. Kompetenzzentrum ist Bremerhaven alleine schon aufgrund des versammelten Fachwissens und der Forschungseinrichtungen wie dem IWES und dem Gondelprüfstand. Die 8-MW-Anlage von Adwen zeigt, dass hier auch für die Zukunft wegweisende Technologien entstehen können. Diese Stärken müssen und werden wir bewahren und ausbauen.

Wir dürfen ruhig selbstbewusster werden: Die Stadt und die Region haben es schließlich gelernt, immer wieder aufzustehen. Die jüngste Krise wird uns auch nicht umwerfen. Wir werden alles tun, um Bremerhaven als Standort für die nationale Wirtschaft weiter voran zu bringen. Das umfasst die Offshore-Branche, aber auch die Häfen und ihre Infrastruktur, die Wissenschaft und weitere Bereiche. Daran will und werde ich mitwirken, wenn ich in den Bundestag gewählt werde.

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