Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven feiert heute sein 12jähriges Bestehen. Dazu von meiner Seite zunächst meinen allerherzlichsten Glückwunsch. Ich bin froh, dass wir dieses Haus mit einem innovativen Museumskonzept hier in Bremerhaven haben.

Es hat mich insbesondere gefreut, zu diesem Anlass den Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann in Bremerhaven begrüßen zu können. Mit ihm und Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz habe ich das DAH heute besucht. Direktorin Dr. Simone Eick und Architekt Andreas Heller führten uns durch die neu eröffnete Sonderausstellung „… GOOD MUSIC …“ Zwei deutsche Musiker in Amerika 1880 – 1939  und das vor kurzem eingerichtete Studio Migration, das sich mit aktuellen Migrationsfragen beschäftigt. Im Anschluss gab es ein Gespräch mit Vertretern der Presse, in welchem die Frage im Fokus stand, wie wir mit dem Thema Migration in unserem Land künftig umgehen wollen.

Das Auswanderhaus ist der passende Ort, um sich mit dieser Fragestellung auseinanderzusetzen. Zum einen präsentiert es auf authentische und einzigartige Weise die Geschichte der Aus- und Einwanderung und das an einem historisch bedeutsamen Standort. Sind doch dort, wo das Haus heute zu finden sind, rund 1,2 Millionen Menschen – und nimmt man die weiteren Abfahrtsorte hinzu, insgesamt etwa 7,2 Millionen Auswanderer – von Bremerhaven in die Neue Welt aufgebrochen.

Das Besondere an diesem Haus ist, dass es sich nicht nur mit der Vergangenheit befasst, sondern die Brücke in die Gegenwart schlägt. Durch die Auseinandersetzung mit Auswanderung erfährt man etwas über die Einwanderung. Der Wissens- und Erfahrungsschatz, der dort versammelt ist, ist beeindruckend. Man bekommt auch einen Eindruck davon, welche emotionalen Anstrengungen mit dem Schritt in ein fremdes Land zu gehen verbunden sind. Daran sollten wir auch denken, wenn man die Situation der heute bei uns ankommenden Geflüchteten betrachtet.

Im Pressegespräch habe ich meine Haltung zu Migration und Integration ebenfalls verdeutlicht. Denkt man darüber nach, wie Integration zu gestalten ist, sollten wir die Wirkung von Integration durch Arbeit nicht vergessen. Aus meiner eigenen Erfahrung als Arbeiter im Hafen weiß ich, dass gemeinsame Arbeit  zusammenschweißt. Menschen, die zusammen arbeiten, bilden ein Team, da fallen Hürden der Integration, die es anderswo vielleicht gibt, ganz natürlich weg.

Thomas Oppermann hat die Gelegenheit genutzt, um für ein modernes und transparentes Einwanderungsgesetz, wie es die SPD in ihrem Regierungsprogramm anstrebt, zu werben. Darin heißt es: „Wir stehen für eine humanitäre Flüchtlingspolitik. Das Recht auf Asyl muss auch in Zukunft unangetastet bleiben. Wir müssen die Fluchtursachen in den Heimatländern bekämpfen, die Außengrenzen Europas sichern und die Flüchtlinge innerhalb Europas solidarisch verteilen. Die anerkannten Flüchtlinge werden wir besser integrieren und die abgelehnten Flüchtlinge konsequenter in ihre Herkunftsländer zurückführen. Und wir brauchen ein Einwanderungsgesetz, das transparent und verständlich regelt, wer aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland einwandern kann und wer nicht.“

Auch weitere für Bremerhaven wichtige Themen haben wir im Gespräch aufgegriffen. Die Möglichkeit der Forschungsförderung von Einrichtungen wie dem DAH wurde angesprochen. Thomas Oppermann, Melf Grantz und ich waren uns einig, dass es Bund, Länder und Kommunen hinbekommen müssen – gerade mit Blick auf eine Stadt wie Bremerhaven, in der leider nach wie vor eine hohe Langzeitarbeitslosigkeitsquote herrscht – mit geeigneten Maßnahmen mehr Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu bekommen.

Ich habe zudem auf drei wichtige Aspekte hingewiesen: Wir müssen unbedingt daran arbeiten, die infrastrukturelle Anbindung und Erreichbarkeit der Häfen in Bremerhaven weiter auszubauen entsprechend ihrer nationale Bedeutung. Auch benötigt Bremerhaven, nicht zuletzt durch die positive Entwicklung im Bereich des Kreuzfahrttourismus, endlich wieder eine Fernverkehrsanbindung der Deutschen Bahn. Gerade angesichts der aktuellen Entwicklungen müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, um Bremerhaven als Produktionsstandort von Windkraftanlagen zu erhalten.

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