Die Seute Deern gehört unbedingt gerettet – Dies kann man als ein Fazit des Besuchs von Johannes Kahrs in Bremerhaven ziehen. Der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist auf meine Einladung in die Seestadt gekommen. Vor allem, aber nicht nur, um das inoffizielles Wahrzeichen Bremerhavens zu besichtigen.

Die unter Denkmalschutz stehende Bark wird nächstes Jahr 100 Jahre alt. Es ist aber kein Geheimnis, dass der mittel- und langfristige Erhalt der Seute Deern ohne umfassende Instandsetzung gefährdet ist. Klar ist auch: Dafür müssen mehrere Millionen Euro in die Hand genommen werden. Das Geld hat niemand in der Portokasse und auch Johannes Kahrs ist leider nicht mit dem großen Geldkoffer angereist.

An der Besichtigung und dem anschließenden Gespräch haben auch Uwe Beckmeyer, Bremerhavens Bundestagsabgeordneter, Artur Beneken, Vorsitzender des Arbeitskreises zur Rettung der Seute Deern sowie Konrad Otten, kaufmännischer Direktor des Deutschen Schiffahrtsmuseums Bremerhaven, teilgenommen. Es ging vor allem darum, dass wir uns vor Ort ein Bild vom Zustand des Schiffes gemacht haben.

Der Zahn der Zeit hat enorm an der Seute Deern genagt. Die Holzkonstruktion ist an vielen Stellen marode geworden. Insbesondere der Schiffsrumpf ist angegriffen. Aber wie eingangs festgestellt: Wir müssen eine tragfähige Lösung finden, die Zukunft des Schiffes zu sichern. Der historische Wert ist enorm, es ist das weltweit größte erhaltene Frachtsegelschiff aus Holz, hat emotionale Bedeutung für Bremerhaven und die Bürgerinnen und Bürger. Eine nachhaltige Instandsetzung stärkt zudem das Schiffahrtsmuseum zusätzlich in seiner Attraktivität.

Bei einer Rettung erwarte ich, dass sich der Bund beteiligt, das habe ich deutlich gemacht. Aber es gilt zu Bedenken, dass der Bund die Kosten eben nicht alleine übernehmen wird: Land und Kommune stehen ebenfalls in der Verantwortung. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir das hinbekommen. Schön wäre es, wenn wir zum 100. Geburtstag des Schiffs erklären können: Die Zukunft der Seute Deern ist gesichert!

Das Thema Seute Deern war aber nicht der einzige Programmpunkt beim Besuch von Johannes Kahrs. Nils Schnorrenberger, Bremerhavens oberster Wirtschaftsförderer, hat uns anschließend durch die Havenwelten geführt und die Entwicklung erläutert. Ein passenden Ort, hier, wo maritime Bremerhavener Geschichte und Erneuerungsbestrebungen zusammenkommen, dem gebürtigen Bremen-Norder Johannes Kahrs einen Eindruck von den Qualitäten der Stadt zu vermitteln und zu zeigen, wie positiv sich der gesamte Bereich zwischen Altem und Neuen Hafen entwickelt hat und weiter entwickelt.

Die beeindruckende Aussicht von der Dachterrasse des Sail-City-Hotels konnte hier sicher auch zu beitragen. Dort oben, mit dem (Über)Blick über die Dinge habe ich die Gelegenheit genutzt, noch einige Themen anzubringen, die mir wichtig sind. Bremen und Bremerhaven sind als Hafenstädte von einer gut funktionierenden, modernen Infrastruktur abhängig, sowohl direkt in den Häfen, als auch um zu. Daher braucht es eine gute, leistungsfähige Anbindung auf Schiene, Straße und Wasserweg. Hier wünsche ich mir, dass der Bund noch mehr tut. Gleiches gilt für die Häfen des Landes allgemein. Der Überseehafen in Bremerhaven hat wirtschaftliche Bedeutung für ganz Deutschland, entsprechend sollte dies der Bund auch mit mehr Engagement bei Betrieb und Entwicklung honorieren. Nicht zuletzt brauchen wir endlich wieder eine DB-Fernverkehrsanbindung.

Das Deutsche Auswanderhaus ist immer einen Besuch wert. Auch Johannes Kahrs zeigte sich begeistert, nachdem uns Direktorin Dr. Simone Eick durch die Ausstellung geführt hat. Beeindruckend zu sehen ist, wie hier ein einzigartiges Konzept umgesetzt wurde und immer wieder um neue, spannende Elemente angereichert wird, wie zuletzt das Studio Migration oder die Sonderausstellung „…Good Music…“ (Zwei deutsche Musiker in Amerika). Ein passender Abschluss für einen sehr interessanten Vormittag.

Herzlichen Dank für Deinen Besuch, Johannes.

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