Ich habe Zeit meines Lebens gearbeitet, die Arbeit und die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, aber auch die Menschen, die ich dort kennenlernte, haben meine Ansichten und mein politisches Weltbild mitgeprägt. Ich möchte behaupten, ich habe Arbeit in allen Facetten kennengelernt und weiß daher, worauf es ankommt, wenn ich von guter Arbeit spreche, für die ich mich einsetze.

Zukunft der Arbeit

Ein ganz entscheidender Punkt, der uns in Zukunft beschäftigen wird, ist die Frage, wie wir Arbeit in der Zukunft definieren: Wie verändert sich die Arbeit und wo bleiben die Kolleginnen und Kollegen dabei? Die Technologien entwickeln sich rasant weiter und werden großen Einfluss darauf nehmen, wie die Arbeit in den unterschiedlichen Branchen künftig ausgestaltet wird. Digitalisierung und Automatisierung bergen Chancen, aber auch große Risiken. Wichtig ist – Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Niemand darf bei der Digitalisierung von Arbeit auf der Strecke bleiben! Die Entwicklung der Arbeit durch den technologischen Fortschritt muss zwingend von den Sozialpartnern mitbestimmt werden.

Klar ist auch, wie wir Arbeit zukünftig regeln wollen, darf uns nicht von anonymen Großkonzernen und rein renditeorientierten Unternehmen vorgeschrieben werden, dass ist Aufgabe der Gewerkschaften, der Betriebsräte, der Kommunal- und Landespolitik, aber vor allem auch der Parlamentarier im Deutschen Bundestag.

Viele Fragen sind noch nicht zufriedenstellend geklärt und werden auch in Zukunft aufgeworfen werden: Wie sieht es mit einer gerechten Entlohnung aus, wie steht es um die Gleichberechtigung in den Betrieben, was ist mit der Mitbestimmung? Hier ist insbesondere die Sozialdemokratie gefragt, überzeugende Antworten zu finden.

Standard und Leitplanken

Wir können zusehen, wie weiter Tariflöhne umgangen werden und wegfallen, die betriebliche Mitbestimmung ausgehöhlt wird bis nur noch Fassade. Oder wir sagen ganz deutlich, wie unsere Standards und Leitplanken aussehen, hinter die wir nicht zurückweichen. Wir definieren die Spielregeln unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts und fordern sie ein. Ich für meinen Teil werde dies auch weiterhin tun: Ich werde klar sagen, was meiner Meinung nach geht und was nicht geht.

Es geht nicht, dass Menschen, die Jahre und Jahrzehnte lang für den selben Betrieb gearbeitet haben, plötzlich in ihrer Existenz bedroht sind, in einen niedrigen Tarif und schlechte Arbeitsbedingungen gedrückt werden, weil Unternehmen ihre Bilanzen aufbessern wollen: Lohndumping gehört mit allen verfügbaren Mitteln bekämpft.

Leih- und Zeitarbeit zurückdrängen

Im Zusammenhang damit müssen wir noch gezielter die Auswüchse von Leih- und Zeitarbeit stoppen und zurückdrängen. Gleiches gilt für den Missbrauch von Werkverträgen. Gegen diese Machenschaften, ebenso wie gegen den immer noch vorhandenen Niedriglohnsektor werden wir den Mindestlohn intelligent weiterentwickeln.

Abgeschafft gehört die Sachgrundlose Befristung. Es darf nicht sein, dass sich zahllose Kolleginnen und Kollegen von Vertrag zu Vertrag hangeln und eine verlässliche, langfristige berufliche Perspektive fehlt. Insbesondere trifft dies auch junge, gutausgebildete Menschen, denen so eine familiäre Planung besonders erschwert wird.

Stärkung betrieblicher Mitbestimmung

Am Herzen liegt mir auch die Stärkung der betrieblichen Mitbestimmung. Hier geht es neben den schlichten Grundlagen, wie der Wahl eines Betriebsrates um Informationsrechte, um die Einbeziehung bei grundlegenden betrieblichen Entscheidungen und um Transparenz. Betriebsräte müssen alle Möglichkeiten haben, die Interessen der Belegschaft auch angemessen vertreten zu können. Aus meiner Sicht als Betriebsrat müssen die Gewerkschaften ein Verbandsklagerecht erhalten, um die tarifvertraglichen Arbeitsbedingungen durchsetzen zu können.

Von Arbeit gut Leben können

Letztlich geht es vor allem auch um eine einfache Formel: Wer arbeitet, muss davon sein Leben gut bestreiten können. Wer hart und viel arbeitet, sollte sich keine Sorgen machen müssen um solche Dinge, wie die Miete, oder den Abtrag fürs Haus, den nächsten Urlaub oder die Frage, wie man die nächste Klassenfahrt oder ein paar neue Turnschuhe der Kinder bezahlt. Hier geht es nicht darum, überzogene Versprechungen zu machen, sondern um die grundlegenden Dinge. Dinge wie eine gerechte Verteilung und soziale Sicherheit. Dinge, für die die SPD wie keine andere demokratische Partei steht und für die ich mich im Deutschen Bundestag einsetze werde.

 

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