Wahlkreis Karte
© Der Bundeswahlleiter, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2016, Wahlkreiskarte für die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag, Grundlage der Geoinformationen © Geobasis-DE / BKG (2016)

Bei der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag bin ich im Wahlkreis 55, Bremen II - Bremerhaven direkt gewählt worden.

Dieser ist einer von zwei Wahlkreisen in der Freien Hansestadt Bremen und besteht in der Form seit 2002, als die Zahl der Bundestagswahlkreise in Bremen von drei auf zwei reduziert wurde. In ihm fügen sich zwei Teile des Landes Bremen zusammen, die geographisch durch niedersächsisches Flächenland getrennt sind. Bremen-Nord und der Bremer Westen auf der einen, Bremerhaven auf der anderen Seite. Wer möchte, kann hier auch eine Dreiteilung vornehmen: Der Bremer Westen als Teil von Bremen-Stadt, Bremen-Nord und Bremerhaven.

Mir ist wichtig, den Wahlkreis als Ganzes zu betrachten. Für die dort lebenden und arbeitenden Menschen möchte ich mich mit Engagement in Berlin einsetzen und meinen Teil dazu beitragen, dass sich die Lebensbedingungen vor Ort verbessern.

Selbstständigkeit Bremens

Viel wurde geredet und herbeigeredet über die Selbstständigkeit Bremens und Bremerhavens. Ich sage deutlich: Die Selbstständigkeit unseres Bundeslandes liegt mir am Herzen. Bremerhaven gehört zu Bremen und umgekehrt! Nur zusammen können beide Städte ihre ganze Stärke ausspielen. Die Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen ist ein wichtiger Schritt, um die Eigenständigkeit unseres Bundeslandes zu stärken, die finanziellen Belastungen zu mindern und neue Gestaltungsspielräume zu schaffen.

Weiterhin gilt es alles dafür zu tun, dass sich die positive Entwicklung in unserem Zwei-Städte-Staat fortsetzt; gilt es weiter dafür zu streiten, dass jeder im Wahlkreis unter guten und gerechten Bedingungen leben kann. Die Schaffung von fair entlohnten und sicheren Arbeitsplätzen, eine positive Entwicklung der Wirtschaft und eine belastbare und moderne Infrastruktur sind dabei eng miteinander verknüpft.

Häfen als Rückgrat der Wirtschaft

Wer überlegt, was man mit dem Wahlkreis 55 in Verbindung bringt, der denkt sicherlich schnell an das Stichwort „Hafen“. Die Häfen in Bremerhaven und Bremen sind ein zentrales Merkmal unseres Bundeslandes. Das sage ich nicht nur, weil ich dort beruflich wie gewerkschaftlich sozialisiert wurde. Die Häfen sind Rückgrat und Wachstumsmotor und vielleicht wichtigster Beschäftigungsträger des Landes. Darüber hinaus sind sie echte Leistungsträger für die gesamte Bundesrepublik. Bremen gibt jährlich enorme Summen in den Betrieb, die Instandhaltung und Weiterentwicklung der Hafeninfrastruktur. Auch in den nächsten Jahren werden große Investitionen nötig, um den Status zu erhalten und auszubauen. Ich meine, hier muss sich der Bund viel stärker finanziell engagieren, um der herausragenden Bedeutung der Häfen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ganz Deutschlands gerecht zu werden.

Wirtschaftskraft

Auch jenseits der Häfen ist im Wahlkreis eine enorme Wirtschaftskraft vorhanden. Diese entwickelte sich in der Vergangenheit häufig wechselhaft. Branchen und die zugehörigen Betriebe mussten herbe Rückschläge hinnehmen, einige verschwanden von der Bildfläche. Besonders hart traf es etwa die Werften in Bremerhaven und Bremen - lange Zeit ein traditioneller, überaus erfolgreicher Wirtschaftszweig des Landes. Krisen machten einen Strukturwandel unumgänglich. Dadurch kamen neue Branchen nach vorne, mit neuen Chancen an den Märkten, insbesondere im Bereich der Hochtechnologie, wie der Luft- und Raumfahrt und der erneuerbaren Technologien. Aber auch der Tourismus hat inzwischen eine bedeutende Rolle inne.

In der Windkraft ist Bremerhaven in kurzer Zeit zu einem Kompetenzzentrum geworden. Leider konnten sich nicht alle Unternehmen am Markt behaupten. Daher gilt es die bestehenden Unternehmen unbedingt in ihrer Entwicklung zu stärken und am Standort zu halten. Eine gute Zukunftsperspektive bietet die Verknüpfung Wissenschaft/Forschung und Wirtschaft. Die Hochschule in Bremerhaven macht vor, wie eine erfolgreiche Kooperation aussehen kann. Zudem siedeln sich immer mehr Institute im Land Bremen an und bestehende Forschungseinrichtungen wachsen. Wissenschaft bedeutet Innovationskraft, die wiederum der Wirtschaft einen Schub gibt. Diese Karte müssen wir in Zukunft noch stärker ausspielen.

Eine funktionierende, florierende Wirtschaft sorgt für Arbeitsplätze und Wohlstand. Hier darf kein Stillstand einkehren, daher müssen stetig neue Firmen vom Standort Bremen bzw. Bremerhaven überzeugt werden. Dazu brauchen wir neue Gewerbeflächen, die auch dem Bedarf großer Unternehmen gerecht werden.

Moderne Infrastruktur

Wirtschaft kann nur funktionieren, wenn sie sich auf eine effiziente und moderne Infrastruktur stützen kann. In Bremen und Bremerhaven sind die Bedingungen bereits gut, weisen aber auch noch Verbesserungsbedarfe auf. Ausbaufähig ist beispielsweise noch die Hafenanbindung, aber auch die Fernverkehrsanbindung Bremerhavens durch die Bahn. Beim Kreuzfahrtterminal Bremerhaven muss angesichts des stetig wachsenden Kreuzfahrtmarktes die Erreichbarkeit verbessert werden. Der Ringschluss der A281 muss sobald wie möglich erfolgen, ebenso wie die Realisierung des OTB als zentralem Infrastrukturprojekt für die Offshore-Windenergie-Branche in der Region.

Lebenswerte Stadtteile

Es sind letztlich die Menschen, die den Wahlkreis ausmachen. Der „WK 55“ hat enorm viele spannende Facetten. Er ist bunt, lebenswert und lebendig, kulturell abwechslungsreich, traditionell wie innovativ. So unterschiedlich die Menschen in den Stadtteilen in Bremen und Bremerhaven, so unterschiedlich sind auch die Problemlagen. Hier möchte ich, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürger, die täglich vor Ort sind, die Situation mitbekommen und Probleme am besten identifizieren können, Lösungen finden. Ich möchte hören, wo es etwas zu tun, etwas zu verbessern gibt. Um dies dann auch mit nach Berlin zu nehmen und mich dort für Verbesserungen und Veränderungen einzusetzen.